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Ereignisse | 2017Kunstwanderung im Jura 10.06.2017

Kunstwanderung im Jura 10.06.2017

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Kunstwanderung zu moderner Glasmalerei im Kanton Jura

An der diesjährigen Kunstwanderung der Kirchgemeinde Tegerfelden liessen sich die Teilnehmer von der vielfältigen und bunten Glasmalerei im Kanton Jura überraschen.

Für die Reiseleiterin Elisabeth Heuberger war es ein Versuch, einmal etwas ganz anderes, etwas Neues zu zeigen. Jahrelang war man mittelalterlicher Kirchenkunst nachgegangen.

Nach einer Kaffeepause auf dem Bahnhofplatz Delémont versetzte schon die erste Kapelle, die von aussen ganz unscheinbare Chapelle du Righi, mit den harmonisch aufgebauten Glasbildern des einheimischen André Bréchet alle ins Staunen. Eine halbe Stunde später wurde in der reformierten Kirche klar, wie unterschiedlich diese moderne Kunst sein kann, ein Spiel von Licht und Farbe. Im Gegensatz zur ersten Kapelle entzieht sich hier jede Interpretation unserem Verständnis.

Nach einer kurzen Bahn- und Busfahrt in den kleinen Weiler Berlincourt überraschten dann in der einfachen Landkapelle der Delsberger Architektin Jeanne Bueche die leuchtenden Scheiben des bekannten französischen Künstlers Estève. Das in die Umgebung passende Gesamtkunstwerk mit den natürlichen Materialien, die Zusage eines so berühmten Künstlers und eine Dorfbevölkerung, die von A bis Z dahinterstand, sind eindrücklich. Nach einer halbstündigen Wanderung dem Bach entlang mit Mittagsrast wurde rechtzeitig die grosse Kirche von Bassecourt erreicht. Eine Versammlung war gerade zu Ende, so dass die Gruppe Kirchenfenster betrachten konnte, die im Vergleich zu allen andern aus der Reihe tanzen: Die Darstellungen der Geschichten aus der Bibel, vor allem aus dem neuen Testament, sind nämlich figürlich und passen nicht mehr ganz in die Zeit ihrer Entstehung nach 1950. Treffend meinte eine Reiseteilnehmerin: „Diese würden sicher Kindern besser gefallen, weil sie sie verstehen können.“ Nun folgte der härtere und längere Teil der Wanderung nach Courfaivre zu einem weiteren Höhepunkt. Dort waren alle froh, sich in der kühlen Kirche einen Moment hinsetzen zu können. Die Erweiterung des Baus ist wiederum ein Werk von Jeanne Bueche. Mit Fernand Léger war es ihr gelungen, einen noch berühmteren Künstler in die Region zu holen. In zehn Medaillons stellte dieser in den Oberlichtern das Glaubensbekenntnis dar, in reinen leuchtenden Farben, die sich nicht mehr ganz mit den Formen decken, ein weiterer Schritt in der modernen Kunst. Mit Jean Lurçat, dem Erneuerer der französischen Tapisseriekunst kam ein weiterer wichtiger Künstler in den Bund. Sein grosser Bildteppich „Das mystische Lamm“ schmückt den Chor.

Pünktlich gelangte man mit dem Bus nach Delémont, wo es wieder für eine kurze Pause reichte, die ganz unterschiedlich genutzt wurde. Nach der eindrücklichen Fahrt der Birs entlang und durch die Schlucht erreichte man die Notre Dame de Moutier. Die zeitgenössische Architektur aus den Sechzigerjahren, die Kirchenfenster von Alfred Manessier, die Gestaltung des Chorraumes und der Nebenkapellen, die Mystik der Taufkapelle, ebenfalls mit Fenstern von Manessier, bilden ein einmaliges Gesamtkunstwerk. Für viele war es der Höhepunkt des Tages, den man im Gartenrestaurant vor dem Bahnhof vor der Heimfahrt noch ausklingen liess.

Alle waren sich einig, einen schönen und interessanten Tag erlebt zu haben, und überrascht über die Vielfalt und die Schönheit der modernen Glasmalerei im Jura. So einen Reichtum hatten sie nicht erwartet.

Der Gruppe gebührt grosses Lob für die Pünktlichkeit, ohne die das reich befrachtete Programm nicht möglich gewesen wäre.

Elisabeth Heuberger